Urlaubsfrühstück

 
Monolog der Frau:

Ich sterbe vor Hunger, wann gehen wir endlich zum Frühstück.
Das Büfett hat schon seit einer halben Stunde auf.
Aber er trödelt immer noch rum.
Ich werde nie begreifen warum er morgens nicht in Gange kommt.
Stundenlang im Bad, ich weiß gar nicht für wen er sich schön macht.
Hier im Urlaub kennt uns doch keiner.
Sonst rasiert sich auch nicht stundenlang.
Und ich hänge hier mit knurrendem Magen.
Mein Gott, jetzt geht er auch noch aufs Klo.
Soviel kann der doch gar nicht essen wie oft der auf Klo sitzt.
Hoffentlich schläft er nicht auch noch ein.
Na endlich jetzt kommt er.
Das ganze Jahr freue ich mich schon darauf draußen zu frühstücken.
Oha, das sieht ja ziemlich voll aus auf der Terrasse.
Also rein setze ich mich nicht bei diesem schönen Wetter, das sage ich gleich.
Na super, draußen ist kein Platz mehr frei.
Und das nur wegen dieser Trödeltante.
Dann gibt es eben kein Frühstück.
Ich gehe jetzt und warte bis draußen wieder was frei ist.

 
Monolog des Mannes:

Warum muss man im Urlaub nur immer so früh aufstehen?
Ich weiß gar nicht was die das immer so eilig hat.
Läuft die ganze Zeit im Zimmer auf und ab. Wie so eine Aufziehpuppe.
Dass sie Hunger hat, hat sie nun schon mindestens dreimal gesagt.
Und wenn wir dann da sind isst sie nur ein halbes Brötchen, wegen der schlanken Linie.
Welche schlanke Linie eigentlich?
Ich gehe jetzt erst mal in Ruhe aufs Klo.
Soll sie doch alleine frühstücken gehen, dann habe ich wenigstens meine Ruhe.
Das Büfett hat bis 10 Uhr auf und jetzt ist es gerade erst halb neun.
Nun klappert sie auch noch mit dem Zimmerschlüssel. Wie so eine Klapperhexe.
Dadurch komme ich auch nicht schneller vom Klo.
Jetzt hat sie ihre Hackenschule an und läuft auf den Fliesen hin und her. Klick klack, klick klack, klick klack.
Wenn Sie wüsste wie albern sie ist.
Na ja ich will mal nicht so sein.
Oha ist ja ziemlich voll auf der Terrasse.
Na ja der erste Schwung ist ja auch noch nicht wieder weg.
Egal, Hauptsache Frühstück.
Was hat sie denn jetzt schon wieder?
Will nicht drinnen frühstücken.
Ich kriege die Krise.
Die Frau ist einfach nur peinlich.

 

Dialog: Warten auf einen freien Platz auf der Terasse:

M: Ich finde es total albern hier vor dem Hotel herumzulaufen.
F:  Ich frühstücke im Urlaub nicht drinnen.
M: Aber draußen war nichts mehr frei.
F: Das habe ich auch gesehen.
M: Und was machen wir nun.
F: Ich warte.
M: Ach.
F: Bis draußen was frei ist.
M: Das kann dauern.
F:  Ich habe sowieso keinen Hunger.
M: Vorhin bist du noch gestorben vor Hunger.
F:  Zuviel essen ist gar nicht gut für die schlanke Linie!
M: Für was? Ach so.
F: Es ist deine Schuld. Wir sind zu spät.
M: Wir sind zu früh, sonst wäre ja schon wieder was frei.
F: Wenn wir zu früh wären, wäre das Büfett noch gar nicht auf.
M: Ich habe Hunger.
F: Dann setzt dich doch rein.
M: Und du?
F: Ich warte.
M: Die anderen Gäste gucken schon alle.
F: Das ist mir doch egal.
M: Ich finde das megapeinlich.
F: Hier kennt mich keiner, die können mich alle.
M: Ich glaube ich muss noch mal auf Klo.
F: Was!
M: Ich gehe zum Klo.
F: Ich gehe jetzt frühstücken.
M: Es ist aber draußen nichts frei.
F: Das ist mir doch egal, ich sterbe vor Hunger!